Presse

 
Stoppok kehrte zurück in sein "Wohnzimmer" (WAZ, 25.04.2012)

Stefan Stoppok bei seinem Auftritt im „Maschinchen Buntes“. Foto: Michael RitzkiWAZ. Es war ein bisschen so, als wäre er nie weggewesen. 40 Jahre nach seinen ersten Erfahrungen mit der Wittener Folk- und Bluesszene kehrte Stefan Stoppok jetzt zu einem viel umjubelten „Wohnzimmer“-Konzert in die Ruhrstadt zurück.

„In Witten habe ich meine ersten Auftritte vor einer Million Jahren gehabt“, sagt der frühere Essener gleich zu Beginn seines fast dreistündigen Konzerts im Maschinchen Buntes, „Schön, wieder hier zu sein.“ Gut 100 Leute - mehr durften nicht rein - drängen sich vor der kleinen Bühne der Kulturkneipe. So, denkt man, könnte es in den Siebzigern gewesen sein, als Witten mit seinem damaligen Folkclub unter Leitung von Hildegard Doebner eine starke Anziehungskraft gerade auf viele junge Musiker hatte und die Szene manche Session feierte, manchmal auch im „Nebenzimmer beim Griechen“.

Stoppok, heute längst ein Star der deutschen Songmacher-Szene, hat diese Zeiten nie vergessen. 1972 habe ihm jemand erzählt, in Witten gehe die Post ab. „Ich war süße 16.“ Von Witten hatte er noch nie etwas gehört, also machte er sich auf den Weg und stellte fest: „Hier geht wirklich die Post ab. Damals habe ich mitgekriegt, wie man mit Blues umzugehen hat: „Man muss ihn konsequent vor sich herschieben.“

Vielleicht kitschig - aber schön

Damit ist der Übergang zum „Schieberblues“ geschafft, „Schieb, schieb, schieb, schieb“, singt der Wahl-Bayer, „ihr könnt ruhig mitschieben.“ Er kommuniziert ständig mit dem Publikum und muss dabei auch den ein oder anderen nervigen Zwischenrufer in Kauf nehmen. „Stefan, sei froh!“ schreit jemand immer wieder aus der hinteren Reihe.

Stoppok scherzt, erzählt von seiner fernsehfreien Zeit, spottet über das Runterladen von Songs aus dem Internet, das ihm als bescheidenen Musiker, der nichts verdienen will, gar nichts ausmache und stimmt auf der Gitarre wieder eines jener Stücke an, die durch Mark und Bein gehen. „Schönes Lied“, ruft eine Frau. „Seitdem du nicht mehr bei mir bist“, textet der Mittfünfziger, „weiß ich, was Winter ist.“ Beim Refrain singen längst alle mit. „Ein Wort von dir und der Schnee, er schmilzt und es wird Frühling, wenn du es willst.“ Kitschig? Vielleicht, aber schön!

Zwischendurch ein Schluck Bier, Hits wie „Tage wie dieser“, immer wieder lange Gitarren-Soli, lautes rhythmisches Klatschen des Publikums und „schon ist man am Ende dieses schönen intimen Konzerts im Folkclub Witten“, wie Stoppok gegen halb elf verkündet. „Ich komm’ gleich noch an den Tresen, dann können wir alles besprechen“, sagt er auch an die Adresse der beharrlichen Zwischenrufer.

Zwischenrufer stören bei Ballade

Dass er die nicht nur lustig findet („Haltet doch mal die Fresse“), beweist er bei der Ballade „Leise“. Als da immer noch dazwischengequatscht wird, bricht der Barde mit der schnoddrigen Stimme das Stück kurzerhand ab. Aber er hört noch nicht auf. Grandios seine letzte Zugabe, mit der er die kleine Schar Getreuer in den regnerischen Frühlingsabend entlässt: „Beweg dein Herz zu mir, schick beide auf die Reise, tanz, tanz tanz.“

Danke, Stoppok. Komm bald wieder.

Fotostrecke "Stefan Stoppok SOLO im Maschinchen Buntes", Fotos: Michael Ritzki

  • 01 Stefan Stoppok
  • 02 Stefan Stoppok
  • 03 Stefan Stoppok
  • 04 Stefan Stoppok

Stoppok unterwegs in der Region

Dem Verein „Wittenfolk“ ist es gelungen, „Stoppok solo“ für das Konzert ins Maschinchen Buntes zu holen. Aus „Folk am Montag“ wurde dafür „Folk am Dienstag“. Der Verein hat sich 2005 neu gegründet, in Erinnerung an den legendären Folkclub Witten, der in den 70er und 80er Jahren viele Konzerte auf die Beine stellte. Stoppok kann man an diesem Mittwoch, 25. April, in der Lindenbrauerei in Unna erleben (20 Uhr, 19.90 Euro plus Vorverkaufsgebühr) und am Samstag, 28. April, im Steinhof in Duisburg erleben (20 Uhr, gleicher Preis)

WAZ-Bericht von Jürgen Augstein

 
Folk am Fluss - Urlaubsstimmung mit Musik (WAZ, 15.04.2012)

Entspannt lauschten rund 400 Besucher den Musikern beim Festival „Folk am Fluss“ vor dem alten Schleusenwärterhaus. Foto: Joachim Hänisch / WAZ FotoPoolWAZ. „Draußen und umsonst“ – das hört sich sowieso schon gut an. Vor allem aber, wenn das Wetter so mitspielt wie am vergangenen Freitagabend bei „Folk am Fluss“.

Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Frühlingstemperaturen fanden sich rund 400 Besucher vor dem alten Schleusenwärterhäuschen in Herbede ein. In gemütlicher Atmosphäre lauschten die Besucher am Ruhrufer irischer Volksmusik, tranken Kilkenny und Guinness und probierten das deftige Irish Stew.

„So viele Leute wie heute waren noch nie da“, erzählt Thomas Strauch (57), der als Geschäftsführer der Wabe mit für die Organisation des Festivals verantwortlich war. Zu denen, die gezielt zu dem Festival kamen, gesellte sich bei dem schönen Wetter auch eine gute Handvoll Laufkundschaft – Fahrradfahrer und Spaziergänger, die bei den Klängen von Mandoline und Geige einfach stehen blieben und beigeistert mittanzten.

Das Festival, das nun bereits zum vierten Mal stattfand, drohte noch im letzten Jahr in einem herannahenden Gewitter zu versinken. Nur wenige Besucher fanden damals den Weg vor die kleine Bühne. Auch deshalb hatte keiner mit so einem Besucheransturm wie in diesem Jahr gerechnet. „Es sind dreimal so viele Besucher da, wie wir dachten“ erzählt Lilo Dannert (61) vom Verein Wittenfolk begeistert. Eine Schlange vor den Bierständen ließ sich deshalb auch nicht ganz vermeiden. Viel Arbeit also für die ehrenamtlichen Mitarbeiter von Wittenfolk.

Doch auch für Gisela Ocken (60), die ebenfalls zum Verein gehört, ist der Besucheransturm einzig ein Grund zur Freude. „Wir machen das, weil es uns Spaß bereitet und weil wir finden, dass das Festival die Wittener Kulturszene bereichert.“

Fotostrecke "Folk am Fluss 2012" (Fotos: Michael Ritzki):

  • 01_Folk_am_Fluss_2012
  • 02_Folk_am_Fluss_2012
  • 03_Folk_am_Fluss_2012
  • 04_Folk_am_Fluss_2012

Die Bands, die auf den Veranstaltungen von Wittenfolk spielen, stammen dabei immer aus der Umgebung. So auch die Gruppe „Crash and Oh“ aus Herten, Marl und Dorsten, die am Freitag auf der Bühne stand und schon beim ersten „Folk am Fluss“ im Sommer 2006 dabei waren. Seit mehr als 15 Jahren spielen die vier Bandmitglieder zusammen „Folkmusik der populären Art“, wie Akkordeon-Spieler Ralf Weihrauch (47) erklärt. Und so beginnen bei dem Klassiker „Whiskey in the Jar“ auch die ersten Leute vor der Bühne zu tanzen.

Für Steffi (41) und Claudia (42) aus Herbede ist es vor allem die Kombination aus guter Musik, Sonne und dem ein oder anderen Bier, die sie begeistert. „Das hat schon was von Urlaub hier“, meint Steffi entspannt. Zwar fand der ein oder andere Besucher, dass es für ein Festival etwas zu ruhig zur Sache ging. Für Vera (70) ist aber genau diese Atmosphäre das Besondere an „Folk am Fluss“.

Den Höhenpunkt erreichte die Stimmung schließlich, als die Band eine Irish-Folk-Version von „Glück auf, der Steiger kommt“ zum Besten gab. Selbst in den hinteren Reihen kam da keiner umhin, den Bergbauklassiker mitzuschmettern. Und auch, nachdem die Band längst die Bühne verlassen hatte, standen viele der Gäste noch gemütlich am Lagerfeuer zusammen, um den Abend entspannt ausklingen zu lassen.

WAZ-Bericht von Malin Schneider

 
Ein Stückchen Irland im Burghof (WAZ, 11.09.2011)

Auch Colin Wilkie gastierte beim Folkfestival in Witten. Foto: Fischer / WAZ FotoPoolWAZ. Zwei Tage lang versprühte der Innenhof von Haus Witten die Atmosphäre irischer Lebensfreude: Erstmals fand hier das nunmehr vierte Wittener Folkfestival statt, das Freunde der urigen Live-Musik in die Ruhrstadt lockte.

Unter den Zuhörern sind dabei nicht nur die Fans der ersten Stunde, die die Folk-Bewegung noch aus der eigenen Jugendzeit kennen, sondern auch viele jüngere Gesichter. Die 22-jährige Debora ist sichtlich ergriffen: „Ich war 2008 in Irland und diese Musik erinnert mich gerade ganz stark an meinen dortigen Aufenthalt“, sagt sie. „Der Gesang ist so schön, dass ich richtiges Fernweh bekomme.“ Der raue Nieselregen zum Auftakt am Freitag, die historischen Burgmauern, das Irish Stew und „Kilkenny“-Bier schaffen einen authentischen Rahmen für die Live-Musik der Gruppe Stephen’s Green, die das Festival eröffnet. Bei der Zugabe „What shall we do with the drunken sailor“ singen die ersten Zuhörer beherzt mit. „Das ist einfach richtige Stimmungsmusik“, schwärt ein Besucher. „Das erinnert mich an meine Platten aus den 70ern. Damals habe ich zum Beispiel gerne Lieder von Hannes Wader gehört.“

Veranstalterin Lilo Dannert, freut sich über den regen Zuspruch und schwelgt etwas in alten Erinnerungen: „Früher hat es hier in Witten ja eine richtig belebte Folk-Szene gegeben“, erzählt sie. „Damals hat im berühmten Folkclub an der Steinstraße sogar Herbert Grönemeyer gespielt.“ Viele der damaligen Kneipen bestehen längst nicht mehr. Die Live-Musik in Bars sei mittlerweile selten, so Dannert. Deshalb bemüht sich der Folk-Verein, an die früheren Erfolge anzuknüpfen. Neben der jährlichen Reihe „Folk am Fluss“ besteht seit kurzem auch eine Kooperation mit der Kulturkneipe Maschinchen Buntes, in der einmal pro Monat ein kleiner Folk-Abend organisert wird.

Die Besucherzahlen von rund 450 Gästen beim diesjährigen Folkfestival zeigen, dass die Szene auch weiterhin lebendig ist. Trotzdem hätten sich die Veranstalter mehr einheimische Besucher gewünscht. Lilo Dannert: „Es kamen viele Zuhörer von außerhalb, darüber freuen wir uns besonders. Aber es wäre schön gewesen, wenn auch mehr Wittener gekommen wären.“

WAZ-Bericht von Anna Ernst

 
Holländer in Schottenröcken begeisterten ihre Fans (RN, 11.09.2011)

Rapalje. Foto: Jens WagenerRuhr Nachrichten. Für Folkfreunde war der Innenhof von Haus Witten am Wochenede Treffpunkt. "Wittenfolk" hatte zum zweitägigen Festival mit herausragenden Akteuren eingeladen. Schon der Auftakt am Freitag, gewidmet der irisch-keltischen Musik, war rundum gelungen.

Zunächst glühten die Lokalmatadoren von „Stephen’s Green“ die zahlreich erschienenen Folkfans mit bekannten Gassenhauern vor, und als sie mit der Mitsingnummer vom „Drunken Sailor“ endeten, war die Bühne bereitet für die Band „Liedertach“. Unter dem seltsamen Namen haben sich zwei Gruppen zusammengeschlossen, deren Wurzeln nicht unterschiedlicher sein können. „Liederjan“, Veteranen des deutschen Folkrevivals der Siebziger, gelten als Wiederentdecker klassischen deutschen Liedgutes, „Iontach“ sind mehr der ganz traditionellen irischen Folklore verpflichtet. Dass beide so verschiedenen Musikrichtungen fusionierbar sind, bewiesen die sechs Vollblutmusiker mit einem mitreißenden Konzert. Eine Vielzahl von Instrumenten brachten sie virtuos zum Einsatz.

Dass sich selbst ein derartiges Highlight noch toppen lässt, zeigte dann „Rapalje“. Mit ihren langen Haaren und bunten Kilts verbreitete die Kultband bereits optisch Highländer-Atmosphäre, und als sie dann mit Fiddle, Flöte, Mandoline und Bodhran über die Bühne wirbelten, als dann der Dudelsack wundervolle Akzente setzte, hätte der alte Wittener Herrensitz auch an einem einsamen schottischen See liegen können. Stimmungsvoller als mit der inoffiziellen schottischen Nationalhymne „Loch Lomond“ hätte man das begeisterte Publikum nicht in den Abend entlassen können.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Beatrice Haddenhorst

 
Gewitter stört Folk am Fluss (WAZ, 01.05.2011)

Warten aufs Konzert: Besucher des Folk Festivals am Schleusenwärterhäuschen. Regen störte später das Konzert. Foto: Tanja Schneider  WAZ FotoPoolWAZ. Der Himmel tat seine Schleusen auf - ausgerechnet bei der großen Party am Schleusenwärterhäuschen. Dort stieg am Samstagabend „Folk am Fluss“. Doch das Wetter konnte viele Zuschauer nicht vergraulen. Die hatten trotzdem ihren Spaß.

Die Band Celtic Voyager hatte gerade ihre ersten Lieder gespielt, die Gäste hatten sich mit Getränken versorgt, „da war das Donnern von der Herbeder Ruhr-Seite zu hören. Wenig später hatte das Gewitter die Ruhr überquert“, so Lieselotte Dannert, erste Vorsitzende des Vereins Witten Folk, der das Fest mit der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigung, Wabe, ausrichtete.

Mancher Besucher flüchtete nach Hause, doch viele harrten unter den Zelten aus. „Vor dem Regen waren 400 Zuschauer da. Durch das Zusammenrücken unter den Zelten kamen Leute miteinander ins Gespräch, die sonst nie Kontakt bekommen hätten, es war eine richtig nette Atmosphäre“, berichtet Lieselotte Dannert.

Als der Regen nachließ, spielte die Band weiter. „Manche fuhren nach Hause, zogen sich um. Andere sagten mir, dass sie auf dem Weg zum Konzert waren, mit dem Auto an der Herbeder Straße geparkt hatten - dann aber angesichts des Wetters doch lieber umgekehrt sind.“

Insgesamt zeigte sich Dannert zufrieden mit der Veranstaltung am königlichen Schleusenwärterhäuschen: „Es war einfach eine gute Stimmung.“ Zumal dann auch ein Lagerfeuer wärmte.

WAZ-Bericht von Liliane Zuuring

 
Celtic Voyager rasten an der Schleuse (WAZ, 17.03.2011)

Celtic Voyager. Foto: Jens WagenerWAZ. „Folk am Fluss“ geht in die nächste Runde. Am 29. April, 18 Uhr, wird die Band „Celtic Voyager“ am königlichen Schleusenwärterhäuschen an der Schleuse Herbede aufspielen. Dazu laden Witten Folk und Wabe ein.

Zwar steht auf der Homepage der Band noch unter Eintrittspreisen „Tageskasse“, doch allen Freunden irischer Musik und von Open-Air-Konzerten sei gesagt: Der Eintritt ist frei.

„Eintritt zu nehmen, wäre bei dem offenen Gelände auch schwierig. Wir haben Sponsoren, stecken noch Einnahmen aus anderen Veranstaltungen in das Konzert“, so Witten-Folk-Vereinsvorsitzende Lilo Dannert. 1800 Euro kostet die von der Sparkassen- und Bürgerstiftung geförderte Veranstaltung. Die Band aus der Region um Detlev Förster und Sängerin Stella Kühn „hatte die Zuschauer schon in der Local -Heroes-Woche 2010 im Haus Witten begeistert“.

Auch die Mitarbeiter der Wabe freuen sich auf den musikalischen Auftakt: „Nach den eher ruhigen Wintermonaten geht es dann endlich wieder los“, so Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch.

Seine Mitarbeiter werden irische Köstlichkeiten auftischen, dazu wird Guinness gezapft werden. „Dafür ist eine eigene Zapfanlage erforderlich“, so Strauch. Er kann den Gästen mitteilen, dass es eine neue Toilettenanlage geben wird. „Die alten Wagen sind dann überflüssig.“ Doppelt so viele stille Örtchen wird es geben. „Außerdem werden wir wohl in 2011 noch den Kanalanschluss schaffen.“

Beliebt waren die ersten beiden „Folk am Fluss“-Veranstaltungen auch bei Familien. „Da ist eben viel Platz drum herum zum Toben. Und wenn das Wetter schön ist, macht die Wabe bestimmt wieder ein Feuer. Das ist sehr romantisch“, freut sich Lilo Dannert. 400 Besucher kamen 2010.

Mit „Folk am Fluss“ möchten die Veranstalter „auch das Gelände bekannter machen, gerade zu Beginn der Radsaison“, erklärt Strauch. Die idyllische Lage böte sich an für solche Veranstaltungen.

Geplant ist noch ein Blues-Konzert Ende Mai. „Zudem sind ein bis zwei weitere Konzerte angedacht.“ Radler würden das Gelände ja kennen, aber für andere sei es ein Erlebnis. „Wir möchten den Ort für Veranstaltungen etablieren.“ Deshalb wird dort auch das Radfest der Wabe zum Thema Elektromobilität am zweiten Maisonntag ausgerichtet. „Wir tun etwas für die Kultur. Die Stadt hat nicht mehr so viel Geld. Wir springen da ein, wo öffentliche Leistungen aufhören“, sagt Strauch.

Der Folk-Verein bewirbt beim Konzert sein viertes Witten Folk Festival am 9./10. September, das im Haus Witten steigen wird. Ihr Kommen haben schon die niederländische Band Rapalje und die britische Folk-Künstlerin Beverley Martyn zugesagt.

WAZ-Bericht von Liliane Zuuring

 
Irische Klänge im Ruhrtal (WAZ, 18.04.2010)

Open Air am SchleusenwärterhausWAZ. Es war kalt, doch bei irischem Bier, Würstchen mit Pommes und vor allem irischer Musik wurde den insgesamt etwa 500 Besuchern an der Schleuse Herbede am Freitagabend schnell warm.

Auf dem Programm stand „Open Air am alten Schleusenwärterhaus“, veranstaltet von Witten Folk in Kooperation mit der Wabe. Musikalischer Gast war die „Ceili Family“. Die sechsköpfige Band aus Hagen in der Besetzung Akkordeon, Gitarre, Mandoline, Geige, Bass, Schlagzeug wurde 1996 gegründet, zu einer Zeit, als eine ganz andere Familie in hiesigen Breitengraden bekannt war. „Die Namensähnlichkeit zur Kelly-Family war natürlich gewollt“, so Sänger und Gitarrist Robin Hiermer, „ein weiterer Grund dafür, diesen Bandnamen zu wählen waren die irischen Ceili-Bands, die dort eine Art Marschmusik spielen.“

Marschmusik gab’s nicht an der Schleuse, dafür aber eine bunte Mischung aus eigenen Songs der Ceili Family und Kompositionen bekannter Bands wie den Pogues oder den Dubliners. Dem Publikum, teils mit Autos, teils mit der Fähre angereist, die bis Mitternacht fuhr, gefiel es, wobei die Stücke aus eigener Feder sich nicht hinter den Coverversionen bekannter Stücke verstecken mussten.

Nachdem die erste Ausgabe von „Open Air am Schleusenwärterhaus“ mit der Herdecker Band „Pog Mo Thoin“ im Vorjahr rund 400 Besucher anlockte, konnte Lilo Dannert, erste Vorsitzende des Vereins, auch diesmal eine positive Bilanz ziehen: „Unser Ziel ist es, das Gelände hier in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Denn einerseits ist das Ruhrtal insgesamt zwar relativ bekannt, andererseits verirren sich zum Schleusenwärterhaus allenfalls Fahrradfahrer. Und mit dieser Veranstaltungsreihe sind wir auf dem richtigen Weg.“

Die nächste Veranstaltung von Witten Folk findet am 15. Mai in der Werkstadt statt. Zu Gast wird das Lydie-Auvray-Trio sein. Auch für das vierte Witten-Folk-Festival im Innenhof von Haus Witten steht der Termin: Am 25. Juni werden dort unter anderen „Stephen’s Green“, „Celtic Voyager“ und „Baleadenn“ auftreten.

Nicht nur Witten Folk, auch die Wabe, die das Schleusenwärterhaus in Herbede betreibt, setzt weiterhin auf Live-Musik. „Uns ist es wichtig, Kultur an die Ruhr zu bringen. Gleichzeitig möchten wir natürlich auch das Geld für die neue Fähre, die die ‚Hardenstein’ ablösen wird, zusammen bekommen“, sagt Birgit Blanck von der Wabe. Nächster Konzerttermin am Schleusenwärterhaus: 4. Juni mit der Ruhr-Pur-Bluesband. Weiterhin sind für den Sommer eine Jazzveranstaltung und für den Herbst ein klassisches Konzert geplant.

WAZ-Bericht von Walter Demtröder

 

 
Folkband "Ceili Family" spielt am Schleusenwärterhaus (RN, 26.03.2010)

Echten Fans irischer Musik kann feucht-kaltes Wetter offenbar nichts anhaben. Sie kamen im letzten Jahr trotzdem zum Konzert. (Foto: Archiv)Ruhr Nachrichten. Folkmusik erklingt wieder am Schleusenwärterhäuschen in Witten: Die Hagener Band "The Ceili Family" spielt vor der wildromantischen Kulisse am Fluss am Freitag, 16. April, ihren "Irish Entertainment Folk'n'Roll". Der Eintritt ist frei.

Witten Folk und die Beschäftigungsgesellschaft Wabe laden gemeinsam ein. "Ich habe ihr neues Album gehört und fand es toll", begründet Lieselotte Dannert, die Vorsitzende des Folk-Clubs die Auswahl der Band. Bereits um 19 Uhr soll sie am 16. April an der Ruhr gute Stimmung verbreiten.

Nachdem im April letzten Jahres das erste Folk-Konzert an dieser Stelle trotz Regen als Erfolg verbucht werden konnte, fürchten die Veranstalter das launische Aprilwetter auch diesmal nicht. Allerdings gibt es auch einige Pavillons, unter denen die Musikfans im Ernstfall Schutz suchen könnten.

Mit Irish Stew, Kartoffelplätzchen an Sour Creme und irischem Bier wird die Wabe zur Musik landestypische Genüsse anbieten. Der Erlös des Konzertabends ist für die neue Fähre gedacht: Die "Hardenstein" soll im Mai durch ein größeres Modell ersetzt werden, das noch ausgerüstet werden muss.

Die alte "Hardenstein" nimmt am 2. April wieder ihre Fahrten auf. Am Abend des Folk-Konzerts fährt sie solange, bis das Konzert beendet ist.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Susanne Linka

 
Folk am Schleusenwärterhaus (WAZ, 26.03.2010)

Open-Air-Konzert am 16. AprilWAZ. Schönes Wetter haben die Organisatoren an höchster Stelle bestellt, die Band ist auch gebucht. Da kann eigentlich nichts mehr schiefgehen beim Open-Air-Konzert am Schleusenwärterhaus am Freitag, 16. April.

„Folk’n’Roll“ haben die Jungs von „The Ceili Family“ im Programm – also irischen Folk mit viel Action. Und dafür müssen sie nicht einmal eine lange Anreise in Kauf nehmen: Die Band kommt aus Hagen.

„Ich habe ihr Album gehört und fand es richtig gut“, erzählt Lilo Dannert vom Verein Witten Folk, der das Konzert zusammen mit der Wabe präsentiert. Sie schrieb die Band an, sie sagte zu – und sie ist bezahlbar. Ein weiterer Vorteil, dass sie aus Hagen kommt. Denn die Kasse von Witten Folk war nach dem letzten Folk-Festival und der hohen Gema-Gebühren ziemlich leer, so Dannert. Und das Konzert am Schleusenwärterhaus ist für die Zuschauer kostenlos. Deshalb übernimmt die Wabe in diesem Jahr jetzt auch einen größeren Teil der Finanzierung.

Los geht’s am 16. April um 19 Uhr. Irisch soll es wie auch im letzten Jahr wieder beim Essen werden: Es gibt irisches Bier, Irish Stew, vegetarische Speisen und auch das normale kulinarische Angebot der Wabe. Für die Fähre hat die Wabe eine Nachtfahrgenehmigung eingeholt – sie ist bis Mitternacht unterwegs. Wegen der Sperrung der Herbeder Straße ist das Schleusenwärterhaus nur von Herbede aus zu erreichen. Parken könne man auf dem Randstreifen, sagt Lilo Dannert: „Es wäre aber gut, wenn viele mit dem Rad anreisen.“ Denn die Organisatoren hoffen auf viele Zuschauer: 400 waren es bei der Open-Air-Premiere im letzten Jahr – trotz Regen.

Viel vor hat in diesem Jahr auch die Wabe: Das Konzert mit der „Ceili Family“ ist nur der Auftakt einer ganzen Reihe am Schleusenwärterhaus, sagt Birgit Blanck: Am 4. Juni kommt die „Ruhr-Pur-Blues-Band“, nach den Sommerferien kommt ein Jazzkonzert, im September ein klassisches. „Mit dem Erlös wollen die neue Fähre fertigstellen“, so Blanck. Von den 15 000 Euro, die noch fehlen, seien bereits runr 3500 gespendet worden. Geplant ist auch ein Benefiz-Konzert für die Ruine Hardenstein, deren Mauer eingebrochen ist.

Bei Witten Folk geht es nach ihrem Open-Air-Konzert im April im Juni bei der Wittener „Local Hero“-Woche (20. bis 26. Juni) weiter: Lydie Auvray singt bei der Präsentation des internationalen Tagebuch-Projekts „Von Rosa und anderen Tagen“. Ihr eigentlich im Januar angesetztes Konzert in der Werkstadt, das sie wegen einer Rücken-OP absagen musste, wird bereits am 15. Mai nachgeholt, so Witten Folk. Und ebenfalls in der „Local Hero“-Woche steigt auch das Folk-Festival – diesmal eintägig im Haus Witten. Mit dabei sind Frank Baier und Arne Wagner, „Steven’s Green“ und anderen Bands.

WAZ-Bericht von Claudia Füllers

 

 
Woodstock auf dem Hohenstein (WAZ, 17.07.2009)

Hildegard Doebner (links)WAZ. Über 1000 Fans pro Festival-Ausgabe können sich nicht irren: Witten ist wieder auf dem Weg zum Folk-Mekka. Am 14. und 15. August gibt's einen weiteren Meilenstein: Dann werden unter anderem Stefan Stoppok, Julian Dawson und Ray Austin beim 3. Witten-Folk-Festival auf dem Stadtwerke-Gelände spielen.

Stoppok? Dawson? Austin? Bei diesen Namen erblühen bei alten Folk-Hasen die Erinnerungen. An die großen Zeiten des Wittener Folkclubs in den 1970er und 1980er Jahren nämlich, speziell aber an die Open-Air-Festivals als eine Art „Woodstock auf dem Hohenstein.” Nicht vorstellbar ohne die „Wittener Folk-Mutter” Hildegard Doebner (1928 - 2000), bei der damals alle Fäden zusammenliefen.

Nach ihrem Tod versandte die Szene, bis im Jahr 2005 sieben engagierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt den Club „Witten Folk“ gründeten und mit der neuen Festivalreihe zahlreiche Folk-Musiker und -Fans wieder hierher lockten.

Aber zurück zu Folk-Mutter Doebner. Deren Haus in der Steinstraße 15 war Anlaufpunkt der Folkmusiker aus aller Herren Länder. „Viele Iren haben bei uns geschlafen, von den Furies bis zu den Wilde Geese. Die waren trinkfester als jeder Brite. Angereist sind sie mit ihren Instrumenten, aber verköstigt wurden sie von Hildegard”, erinnert sich deren Sohn Rolf Doebner (47). „Unser Dachboden war damals eine einzige Schlafstätte mit bis zu 40 Betten, die häufig restlos belegt waren.”

Den damals jungen und inzwischen längst kultigen Musiker Stefan Stoppok hat Rolf Doebner als einen „netten Menschen” in Erinnerung: „Das war ein Typ, der bei uns daheim nächtelang über die Weltpolitik diskutieren konnte oder mit den Iren Sessions spielte. Das waren unendliche Nächte.”

Und Julian Dawson malte seine Version der Dinge im Bild „Steinstraßenblues”: Da sieht man als Karikatur einen Haufen gut abgefüllter Musiker, über denen Hildegard Doebner thront.

Auch Hannes Wader und Hanns Dieter Hüsch gehörten zu den gern gesehenen Gästen in der Steinstraße. Und bei den Folkclub-Veranstaltungen gastierten Jürgen von der Lippe und Herbert Grönemeyer bereits lange bevor sie einem breiten Publikum bekannt waren. Doebner: „Der damals vielleicht 17-jährige Grönemeyer kam beim Publikum gar nicht an. Er hat den Club in der Alten Zeit sozusagen leergeschrien.”

„Damals war dort alles vertreten von Folk bis Rock, der Folk-Begriff war in jener Zeit noch nicht so eng begrenzt”, erklärt Rolf Doebner. Gastätten wie die Alte Zeit oder die Engelsburg sowie das Foyer der Werkstadt waren Spielorte des Folkclubs, bei großen Anlässen ging's auf den Berliner Platz, den Kahlen Plack oder eben auf den Hohenstein.

„Die Bühne stand am Bergerdenkmal, auf der Wiese davor saßen oder tanzten die Folkfans”, erinnert sich Rolf Doebner. „Die zweite Wiese bis hoch zum Parkplatz war übersät mit Campingzelten von Fans aus vielen Ländern, ich schätze mal um die 1500 Leute. Das THW hatte eine Strecke mit 16 Wasserhähnen aufgebaut, an denen sie sich wuschen. Das war Folk-Camping in urzeitlichem Sinne.” Oder eben Woodstock-Stimmung auf dem Hohenstein. Besonders romantisch war des Abends der Blick vom Bergerdenkmal hinunter aufs Ruhrtal. Da fanden auch manche Folkfan-Herzen zueinander.

Für Musiker war es eine Ehre, bei Wittener Folk-Veranstaltungen zu spielen. Doebner: „Es hieß nicht: Was bekomme ich für den Gig? Sondern die Eintrittskasse wurde verteilt. Die Musiker konnten sich hier einen Namen machen, nach dem Motto: Bekannt aus Witten.”

 WAZ-Bericht von Michael Vaupel

 
Zwei Tage volles Programm (RN, 02.07.2009)

Lilo Dannert und Paul Wood freuen sich auf das 3. Witten-Folk-Festival am letzten Ferien-Wochenende. (Foto: Susanne Linka)Ruhr Nachrichten. Eine Tradition lebt wieder auf: Das Witten-Folk-Festival. Und zwar mit Macht, denn in diesem Jahr geht bereits die dritte Veranstaltung des Hildegard-Doebner-Gedächtnis-Festivals an den Start. Es erinnert an die Grande Dame der Folk-Musik in Witten.

Freunde der Folk-Musik müssen sich darum das Wochenende 14./15. August vormerken. Wie immer ist der Freitag mehr den irisch-keltischen Klängen gewidmet, während der zweite Festivaltag den Folkrock in den Mittelpunkt rückt.

Die junge Herdecker Band Póg Mo Thóin macht am Freitag um 17.15 Uhr den Auftakt auf dem Gelände der Stadtwerke an der Westfalenstraße. Sie tendiert in die Folk-Rock-Richtung.

Die Paul McKenna Band aus Schottland schließt sich mit einer Mischung aus Traditionals und Eigenkompositionen an. L. Bow Grease sorgt dann mit „Transatlantic Folk“ für Stimmung, bevor Fiddlers Green mit ihrem Speed-Folk einen mitreißenden Schlusspunkt setzt.

Der Samstag steht ab 18 Uhr wieder ganz im Zeichen von Stoppok. Der bekannte Folkmusiker bringt viele „Artgenossen“ mit: Stefan Hiss und Michael Roth von der Band Hiss, Rafael Cortés, den spanischen Flamenco-Gitarristen aus dem Ruhrgebiet, den Poeten und Filmemacher Thommie Bayer, Bernie Conrads von der legendären Autobahnband, Ray Austin und Julian Dawson.nter den Zuhörern sind dabei nicht nur die Fans der ersten Stunde, die die Folk-Bewegung noch aus der eigenen Jugendzeit kennen, sondern auch viele jüngere Gesichter. Die 22-jährige Debora ist sichtlich ergriffen: „Ich war 2008 in Irland und diese Musik erinnert mich gerade ganz stark an meinen dortigen Aufenthalt“, sagt sie. „Der Gesang ist so schön, dass ich richtiges Fernweh bekomme.“ Der raue Nieselregen zum Auftakt am Freitag, die historischen Burgmauern, das Irish Stew und „Kilkenny“-Bier schaffen einen authentischen Rahmen für die Live-Musik der Gruppe Stephen’s Green, die das Festival eröffnet. Bei der Zugabe „What shall we do with the drunken sailor“ singen die ersten Zuhörer beherzt mit. „Das ist einfach richtige Stimmungsmusik“, schwärt ein Besucher. „Das erinnert mich an meine Platten aus den 70ern. Damals habe ich zum Beispiel gerne Lieder von Hannes Wader gehört.“

Veranstalterin Lilo Dannert, freut sich über den regen Zuspruch und schwelgt etwas in alten Erinnerungen: „Früher hat es hier in Witten ja eine richtig belebte Folk-Szene gegeben“, erzählt sie. „Damals hat im berühmten Folkclub an der Steinstraße sogar Herbert Grönemeyer gespielt.“ Viele der damaligen Kneipen bestehen längst nicht mehr. Die Live-Musik in Bars sei mittlerweile selten, so Dannert. Deshalb bemüht sich der Folk-Verein, an die früheren Erfolge anzuknüpfen. Neben der jährlichen Reihe „Folk am Fluss“ besteht seit kurzem auch eine Kooperation mit der Kulturkneipe Maschinchen Buntes, in der einmal pro Monat ein kleiner Folk-Abend organisert wird.

Die Besucherzahlen von rund 450 Gästen beim diesjährigen Folkfestival zeigen, dass die Szene auch weiterhin lebendig ist. Trotzdem hätten sich die Veranstalter mehr einheimische Besucher gewünscht. Lilo Dannert: „Es kamen viele Zuhörer von außerhalb, darüber freuen wir uns besonders. Aber es wäre schön gewesen, wenn auch mehr Wittener gekommen wären.“

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Susanne Linka

 
Tradition verpflichtet (WAZ, 02.07.2009)

3. Witten Folk-FestivalWAZ. Einst war die Ruhrstadt internationale Hochburg des Folk. Auch das 3. Witten-Folk-Festival setzt jetzt auf hochkarätige Musiker.

Zelte, Bühnen, dazu die friedlich-romantische Stimmung auf dem Hohenstein. Unvergessen die Zeiten der 1970er Jahre, als besonders durch die Kontakte von „Folk-Mutter” Hildegard Doebner Musiker und Publikum teils von weit her zum Open-Air-Folkfestival nach Witten kamen. Erfreulich, dass der Verein Witten Folk diese Tradition seit 2006 wieder aufleben lässt. Am 14. und 15. August findet die nächste Ausgabe statt.

Das so einmalig stimmungsvolle Gelände auf dem Hohenstein steht schon längst nicht mehr zur Verfügung (obwohl man für weitere Folk-Festivals darüber mal nachdenken sollte). Nach den beiden Festival-Ausgaben 2006 und 2007 rund ums „Finnegan's” am Bahnhof und der Doebner-Gedenkfeier 2008 mit 50 Musikern in der Werkstadt wird nun im August der Parkplatz der Stadtwerke für zwei Tage Festivalgelände.

„Falls es regnen sollte, haben wir eine Überdachung für ungefähr 200 Leute und außerdem Regencapes eingeplant”, sagt Lilo Dannert, Vorsitzende des Vereins Witten Folk. Natürlich rechnet sie mit weitaus mehr Besuchern, kamen doch 2006 und 2007 an jedem Festivaltag um die tausend Gäste. Dannert freut sich bereits über die Großzügigkeit der Wittener Sponsoren, die diesmal über 10 000 Euro beisteuern, und der Stadtwerke, die dem Folkfestival den Platz kostenfrei zur Verfügung stellen.

Am Freitag, dem 14. August, gibt es vorwiegend keltisch-irischen Folk. Ab 17.15 Uhr spielt die Herdecker Band „Pog Mo Thoin”, aus Schottland folgt dann die Paul Mckenna Band mit einem fein abgestimmten Repertoire aus traditionellen Songs und Eigenkompositionen. Anschließend heizen L.Bow Grease richtig ein mit transatlantic folk, bevor dann Fiddler's Green mit ihrer mitreißenden Show den Schlusspunkt setzen.

Am Samstag, dem 15. August, gibt's dann Folkrock. Einen unvergesslichen Abend (Beginn: 18 Uhr) dürfte der unvergleichliche Stoppok mit seinen „Artgenossen” den Fans bieten. Die Musiker werden einzeln und gemeinsam auftreten. Zu den „Artgenossen” zählen u. a. Flamenco-Gitarrist Rafael Cortes, Bernie Conrads (richtig, der von der Autobahnband), Poet Thommie Bayer und Ray Austin, der schon zum „Inventar” des legendären alten Folkklubs gehörte.

Und was wäre ein Folk-Festival ohne passende Speisen und Getränke? Natürlich werden auch Guinness, Kilkenny und Cider serviert. Irish Stew gibt's von der Wabe, das Rote Kreuz lockt mit Steaks, Würstchen und gegrillten Maiskolben.

Das Wittener Folkfestival wird künftig alle zwei Jahre stattfinden, um dem im zweijährigen „Gegentakt” stattfindenden Herdecker Festival keine Konkurrenz zu machen.

WAZ-Bericht von Michael Vaupel

 

 
Für wetterfeste Irland-Fans gab es rockigen Folk an der Ruhr (RN, 19.04.2009)

Echte Fans irischer Folk-Musik schreckt feucht-kaltes Wetter nicht.  Ruhr Nachrichten. Die Organisatoren hatten den ganzen regnerischen Nachmittag über mit dem Schlimmsten gerechnet: Dass angesichts des Wetters niemand kommen würde zum ersten Folk-Konzert am Schleusenwärterhaus. Doch echten Fans irischer Musik kann das in Irland durchaus übliche feucht-kalte Wetter offenbar nichts anhaben.Sie versammelten sich erstaunlich zahlreich bei Guiness und Irish Stew unter den Pavillons und Schirmen. Und so richtig geregnet hat es dann sowieso nicht.

Mit einer kleinen Verspätung trat die Band des Abends auf die Bühne: "PógMo Thóin", trotz des irisch-keltischen Namens waschechte Ruhrtaler.

Wiewohl den vier Herdeckern noch ein wenig der Ruf einer Nachwuchsband anhaftet, bewiesen sie, dass sie seit ihrem Auftritt beim Wittener Folkfestival vor zwei Jahren an Professionalität gewonnen haben.

Musikalisch folgten sie den Spuren der legendären "Pogues": mit elektrifizierten Instrumenten und immer auf Geschwindigkeit bedacht verwandelten sie traditionelle Jigs und Reels in fetzige Rocksongs. Und so mischten sich auch zwischen irische Standards wie "Star of the County Down" immer wieder Klassiker aus dem Repertoire ihrer irischen Vorbilder ("Finnegan's Wake").

Für originelle Arrangements sorgte die Besetzung von "Póg mo Thóin": Neben Schlagzeug, Gitarre, Fiddle und Gesang bestimmte vor allem ein Elektrocello den Sound. Und so kamen Folkpuristen wie auch Anhänger des "Speedfolk" am Schleusenwärterhaus auf ihre Kosten.

Lilo Dannert, Vorsitzende des Folkclubs, freute sich über den Erfolg des Abends: "Wir können uns durchaus vorstellen künftig einmal im Jahr am Schleusenwärterhaus zusammen mit der Wabe ein Konzert zu organisieren."

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Beatrice Haddenhorst

 
In Witten regiert wieder der Folk (WAZ, 13.08.2009)

Ray AustinWAZ. Witten und Folk – das gehört seit den Siebzigern einfach zusammen. Damals, als zu den Zeiten des „Wittener Folkclubs” die Massen den Hohenstein in eine Art Woodstock verwandelten. Die Neuauflage, das „Witten-Folk-Festival”, lockt die Fans am Freitag und Samstag (14./15. August) schon zum dritten Mal.

Vom Hohenstein sind die Folkfans nun auf das Stadtwerke-Gelände gezogen, das dem Verein kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Dort soll es nicht minder gemütlich zugehen. Um die tausend Gäste pro Tag begrüßte der Verein Witten-Folk bei den Festivals 2006 und 2007. Im letzten Jahr fand kein Festival statt, dafür die große Feier zum Gedenken an die Wittener „Folk-Mutter” Hildegard Doebner in der Werkstadt. In diesem Jahr nun hoffen die Organisatoren auf noch mehr Zuschauer.

Nicht einmal Regen soll den Zuhörern die Laune verhageln: Eine Überdachung bietet 200 Menschen Platz. Außerdem halten die Organisatoren Regencapes bereit.

Los geht es am Freitag um 17.15 Uhr mit der Herdecker Band „Pog Mo Thoin”. Sie übergibt dann den Staffelstab an die schottische „Paul McKenna Band”, die traditionelle Songs mit Eigenkompositionen mischt. Dritter im Bunde ist „L.Bow Grease”, bevor schließlich „Fiddler's Green” auftreten.

Am Samstag steht dann Folk-Rock auf dem Programm: Für beste Stimmung wird ab 18 Uhr sicher wieder der legendäre Stoppok sorgen, der seine „Artgenossen” im Gepäck hat. Dazu gehören unter anderem der Flamenco-Gitarrist Rafael Corte´s, Bernie Conrads, der Poet Thommie Bayer und Ray Austin, der nicht nur Wittener Folkfans ein Begriff ist. Die Künstler werden zusammen, aber auch einzeln spielen.

Wer feiern will, muss auch gut essen: Angeboten werden neben britischem Bier auch klassisches Irish Stew, Steaks und Würstchen, serviert von der Wabe und vom DRK.

WAZ-Bericht

 
"Liebe Hilde: Wir sind bei Dir" (RN, 13.04.2008)

Ein Mann des offenen Wortes und der klaren Ansage: Gerd Schinkel: Mit "Olympischer Frieden Pekinger Art" verurteilte er das chinesische Vorgehen in Tibet scharf. (Foto: Dietmar Bock)Ruhr Nachrichten. "Folk vom Feinsten" für eine der ganz Großen: Die Gala zu Ehren von Hildegard Doebner bot den begeisterten Zuschauern in dem nach ihr benannten, voll besetzten Saal der WerkStadt einen unvergesslichen Abend.Zu Ehren der "Mutter" des Wittener Folkclubs, die am 8. April 80 Jahre alt geworden wäre, gaben sich Freitagabend unter der ebenso einfühlsamen wie lustigen Moderation von Thomas C. Breuer so illustre Gruppen wie Le Clou, Liederjan und Schnappsack sowie Einzelkönner á la Fred Ape, Ray Austin, Bernie Conrads und Gerd Schinkel die Klinke in die Hand. Sie alle sorgten für ein einmaliges Folk-Fest der ganz besonderen Güte.

Lilo Dannert, Vorsitzende des Vereins "Wittenfolk", hatte dieses Festival initiiert und so, das bei der Beerdigung von Hildegard Doebner im Jahr 2000 gegebene Versprechen, dass man sich noch einmal zu ihren Ehren treffen werde, eingelöst.

Moderator Breuer brachte das Mega-Treffen von bedeutenden Folk-Künstlern auf den Punkt: "Das ist heute ein Veteranen-Treff". Und Ray Austin ergänzte in seiner sehr persönlich gehaltenen Ansprache: "Wir sind hier noch einmal bei Dir, Hilde. Das Loslassen fällt halt sehr, sehr schwer". Der in Freiburg lebende Brite ergänzte in seiner Hommage: "Ohne Dich wäre unser Leben anders verlaufen, nicht so lebensbejahend", bevor er dann mit dem ganzen Saal "Happy Birthday" anstimmte.

Ein breit gefächertes Spektrum boten anschließend die früheren Hilde-Freunde. Von der singenden Dichterlesung des Schauspielers und Wittener Folkclub-Mitgründers Andreas Engelmann, der Doebners Lieblingsautoren Erich Kästner zu Gehör brachte, über die an Deutlichkeit nichts vermissenden Politsongs von Gerd Schinkel, der die "68er Generation" feierte und den "Olympischen Frieden Pekinger Art" schonungslos offen kritisierte, bis hin zu Liederjans vergnüglichen Liedern aus dem Leben war alles und für jeden Geschmack etwas dabei.

Unter den Freunden von Hildegard Doebner waren zwar überwiegend Künstler und politische Weggefährten, aber auch Menschen, denen Doebner geholfen hatte. Wie jenem Türken, der namentlich nicht genannt werden will, weil er Stress mit Neonazis hatte. Hildegard Doebner war scheinbar omnipräsent und für jeden, insbesondere aber für ihre Künstler, da.

Und die brachten ihr am Freitag zu ihrem 80. Geburtstag posthum ein Ständchen, wie sie es verdient hat, und wie es wohl kein anderer erhalten wird. Es war ein Folk-Festival vom Feinsten, das seines Gleichen sucht. Wie sang Ray Austin so treffend: "She´s a friend".

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Dietmar Bock

 
Bernie ließ den Tiger los (RN, 05.08.2007)

Ruhr Nachrichten. Folk vom Feinsten boten Stefan Stoppok und seine Artgenossen Bernie Conrad (Gitarre), Rafael Cortés (Flamenco-Gitarre), Reggie Worthy (Bass) und "The Transsylvanians" (ungarischer Folkrock) auf der Hildegard-Doebner-Bühne im "Bahnhofsquartier". Und Bernie? Der ließ den Tiger los ...

Den 750 begeisterten Folk-Fans auf dem Platz zwischen dem Irish-Pub "Finnegan`s" und Hauptbahnhof wurde von dem nur 40 Mitglieder starken Verein "Witten Folk" ein Event der Spitzenklasse geboten. Über vier Stunden lang wurde getanzt und gesungen, was Füße und Stimmbänder hergaben. Allen voran heizte Stefan Stoppok ein.

Allein und mit seinen Artgenossen in stets wechselnden Besetzungen überzeugten alle Künstler musikalisch und gesanglich - auch wenn Stoppok anfangs einige Textprobleme hatte. Er nahm's sportlich: "Den Text vergessen, das muss man lernen, das kann man nicht 'mal eben so machen", so der Essener, der die Folk-Freunde gleich auf seiner Seite hatte.

Ab dem zweiten Lied wurde mitgesungen, mitgeklatscht und getanzt. Und das bei besten äußeren Bedingungen. Als es mit 50-minütiger Verzögerung - die Essenslieferung für die Musiker hatte sich verspätet - endlich losging, waren es immer noch weit über 20 Grad und sonnig - halt Festival-Wetter wie gemalt. Den äußeren Bedingungen wollten die Akteure in nichts nachstehen. Stoppok wusste gleich zu Beginn "Der Mond ist bewohnt", ehe es dann nach "Learning By Burning" kein Halten mehr gab.

Bernie Conrad, der früher mit "Bernies Autobahn-Band" durch die deutschen Charts raste, rockte wie in jungen Jahren, ließ den "Tiger" los, war "soweit gefahren" und befand, passend zum prima Klima: "Biergartenwetter".

Letzterer war von den Organisatoren eingerichtet worden und wurde von den durstigen Fans auch bestens angenommen. Irisches (Stark-)Bier, Sekt und Wein sowie deftige Speisen stärkten die Musikhungrigen. Rafael Cortés entführte die Folk-Enthusiasten in seine Flamenco-Welt und bildete das Kontra zum Bassisten Reggie Worthy. Der Deutsche mit spanischem Namen ließ zu vorgerückter Stunde selbst bei Nacht noch die spanische Sonne scheinen.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Dietmar Bock

 
Fast wie damals ... (Westline, 07.08.2006)

Die Band "Fiddler's Green" machte ordentlich Stimmung auf dem 1. Witten FolkfestivalSo muss es in den Siebziger gewesen sein, als Wittens Folkszene um Hildegard Doebner erblühte: Feiernde Fans, leidenschaftliche Musiker, ein Hauch holländischer Kräuterzigaretten in der Luft. Genau das bot am Wochenende das Wittener Folk-Festival.

Schon dabei war damals Liedermacher Stefan Stoppok - dessen Auftritt am Freitag Höhepunkt der Bardentreffens im Bahnhofsquartier war.

Mit Erinnerungen an Hildegard Doebener und die Parties in der Steinstraße unterhielt der 50 Lenze zählende Barde seine Zuhörer, bevor er mit seinem selbstironischen "Zwischen Twentours und Seniorenpass" in seinen Soloauftritt einstieg. Mit einer bunten Auswahl aus seinem Schaffen, exquisiter Gitarrenarbeit und seinem typisch nölenden Gesang fesselte Stoppok die Zuhörer. Dem Anlass angemessen, beschränkte er sich aber nicht auf seine bekanntesten Titel wie "Aus dem Beton" oder "Wetterprohet". Er kramte in seiner musikalischen Vergangenheit und holte etwa Bernie Conrads "Dein Land ist das Rheinland" heraus. Die langjährigen Weggefährten hatten sich in Witten kennen gelernt. Selbst seinen ersten Song "Gelbes Pferd und grüner Bär" gab Stoppok zum Besten. "Die Nummer habe ich 1977 bei einem Festival hier gesungen. Das Publikum war total abgenervt", erzählte er. Davon konnte diesmal keine Rede sein. Das Auditorium feierte das Lied trotz eines Texthängers.

Aufgewärmt hatten sich die Fans aus dem ganzen Revier vorher mit Auftritten von "Le Clou"und einem solistischen Kurz-Spiel von Akkordeon-Virtuosin Lydie Auvray - (2. Foto). Auch sie erinnerte mit Titeln wie "Hier hasse, Hilde" an die im Jahr 2000 verstorbene Doebner.

Am Samstag gab es dann Musik der neusten Folk-Generation. Unter anderem "Fiddlers Green" ernteten Beifall.

In der Bewertung waren sich am Freitagabend die Besuchergenerationen einig: "Super, macht einfach Spaß, auch wenn ich die alten Geschichten über Hildegard nur von meinem Vater kenne", meinte die 17-jährige Besucherin Laura Weigend. Fan Wolfgang Sänge war dagegen noch selbst dabei: "Es war einfach schön. Aber das ist es heute auch. Es gibt nix schlimmeres, als nur Weißt Du noch, früher zu sagen...".

07.08.2006, Quelle: www.westline.de

 
"Hildegard hört auf der Wolke zu" (Westline, 07.08.2006)

Am Wochenende ging das erste Folk Festival seit dem Tod von Folk-Mutter Hildegard Doebner über die Open Air Bühne am Bahnhof. Niels Holger Schmidt zog mit Lilo Dannert vom Verein Wittenfolk Bilanz.

Mit dem Festival knüpfen Sie an die Tradition des ersten Folk Clubs um Hildegard Doebner an. Ist das Festival ihrem Erbe gerecht geworden?

Auf jeden Fall. Es ist fantastisch gelaufen. War waren an beiden Tagen ausverkauft. Das waren insgesamt 1800 Besucher. Man hatte das Gefühl, Hildegard hörte auf der Wolke zu und schob noch die Regenwolken zu Seite, gerade am ersten Abend.

Neben Alt-Folkies sind auch viele junge Leute gekommen. Ist Folk wieder "in"?

Ja sicher. Das hat man besonders bei Stoppok, aber auch am zweiten Tag gemerkt, als "Fiddlers Green" unser Hauptact waren. Besonders am Samstag war das Publikum sehr jung. Am ersten Abend haben wir viele alte Freunde vom Hildergard getroffen, aber es waren auch junge Leute da.

Gibt es Perspektiven für eine Fortsetzung 2007?

Nachdem es so super gelaufen ist, kann man davon ausgehen. Wir planen schon.

07.08.2006, Quelle: www.westline.de

 
Eine umjubelte Verbeugung (WAZ, 06.08.2006)

Eine Kür für die Ohren: Das erste Wittener Folk-Festival entpuppte sich als großartiges Event zwischen Hauptbahnhof und Bellerslohstraße.

Stefan Stoppok lockte, Lydie Auvray verzauberte die Massen. Veranstalter: "Das hätten wir nie zu träumen gewagt"

"Das ist Musik, die auch Hilde sehr geliebt hat", sagte die Französin Lydie Auvray und spielte ihr Akkordeon auf eine Weise, dass es einer Kur für die Ohren glich: wunderbar. Das Hildegard-Doebner-Gedächtnis-Festival im Bahnhofsquartier am Freitag und Samstag war ein Riesenerfolg. Auch weil "Zugpferd" Stefan Stoppok die Massen lockte.

"Wie lebt es sich denn in Witten", fragte er das Publikum und erinnerte sich selbst: An die alten Tage, als er zu Gast in Witten war, lang ist´s her. Damals gab er die Premiere seines ersten Liedes, glaubte er sich zu erinnern: "Gelbes Pferd, grüner Bär." Der Text, das zeigte die Zugabe, war seitdem ziemlich vergessen.

50 Jahre alt ist Stoppok mittlerweile. Er kokettierte mit seinem Alter, befürchtete nichts mehr als Haarausfall und lieferte väterliche Scherze über Kinder. Er besang humorvoll die "harte Zeit zwischen twen tours und Seniorenpass". Sein Spruch: "Früher war Scheiße, heute ist gut. Aber heute ist gut, dass es ein Früher gab." Herrlich melancholisch, ironisch, zum genauen Zuhören, zum leisen Mitsingen stand er mit seinem Soloprogramm samt Gitarre auf der Bühne.

"Körper, Musik, alles", mag Claudia Esse an Stefan Stoppok. Und reiste extra wegen ihm von Kasseedorf bei Kiel nach Witten an. Ist sie auch textsicher? "Nicht ganz, man wird vergesslich", scherzte die Norddeutsche und hatte Spaß.

"Wir haben das erhofft, aber nicht zu träumen gewagt", jubelte Lieselotte Dannert über das ausverkaufte Fest. Sie war eine von sieben Organisatoren, die das Festival innerhalb eines Jahres auf die Bühne gestellt hatte. "Ich finde das gigantisch", lobte Mitorganisatorin Gisela Ocken das Ergebnis, nicht zu Unrecht. Denn so einen Andrang hatte die Fläche zwischen Hauptbahnhof und Bellerslohstraße noch nicht gesehen. Die Nachbarn schauten neugierig, die Kurzentschlossenen enttäuscht: Nur 800 Leute durften hineingelassen werden. Das sorgte für lange Gesichter, war doch der Platz nicht proppenvoll.

Lilo Dannert erinnerte an die alte Zeit des Folks in Witten, an die "alten Folkies" , wie Stoppok sie nannte. Viele alte Freunde seien gekommen, so Dannert, ebenso viel junges Publikum. Hildegard Doebner hätte ihre Freude habt, waren sich die Organisatoren einig. Sie war in Witten einst Unterstützerin der Folkmusik. Als sie im Januar 2000 71-jährig starb, verebbte die Wittener Szene. Akkordeon-Ass Lydie Auvray holte zum Ende ihres Auftritts Stefan Stoppok auf die Bühne für ein Lied, das extra für Doebner geschrieben wurde: "Da haste, Hilde!" Eine umjubelte Verbeugung vor der großen alten Dame des Wittener Folk.

WAZ-Bericht vom 06.08.2006

 

1. Witten Folk Festival (4. und 5. August 2006)

RN 07.08.2006: Ordentlich den Marsch geblasen

WR 10.08.2006: Folk bekommt in Witten einen Stammplatz

RN 07.08.2006: "Hildegard hörte auf den Wolken zu"

RN 07.08.2006: Fast wie damals...

WR 07.08.2006: Eine umjubelte Verbeugung

WR 07.08.2006: Zugpferd Stoppok führte zum Riesenerfolg

RN 17.06.2006: Die Folkszene lebt noch

WR 17.06.2006: Witten Folk wie neugeboren


Ray Austin (9. Dezember 2006)

Unbekannt: Folk-Legende Ray Austin bringt Füße zum Wippen

WR 08.12.2006: Der Wittener Folk lebt wieder auf

Witten Aktuell 09.12.2006: Austin im Folkclub


2. Witten Folk Festival (3. und 4. August 2007)

RN 06.08.2007: Folkrock mit höherer Gangart

WR 06.08.2007: Tanz die Puszta (1/2)

WR 06.08.2007: Tanz die Puszta (2/2)

Blickpunkt Witten 06.08.2007: Bernie ließ den Tiger los

Witten Aktuell 01.08.2007: Festival mit Stoppok

Witten Aktuell 08.08.2007: Das zweite Open-Air-Folk-Festival

RN 22.06.2007: Stoppok und "Art"-Genossen

WAZ 22.06.2007: Feuer und Flamme fürs Folk-Festival


Dany Bober (28. Januar 2008)

RN 29.01.2008: "Rabenschwarzes" mit fatalistischer Leichtigkeit

WR 29.01.2008: Jüdische Zeitreise


Folk Gala (11. April 2008)

RN 14.04.2008: "Liebe Hilde: Wir sind noch einmal bei Dir!"

WAZ 14.04.2008: Familientreffen der Folkszene (1/3)

WAZ 14.04.2008: Familientreffen der Folkszene (2/3)

WAZ 14.04.2008: Familientreffen der Folkszene (3/3)


Liederjan (21. März 2010)

RN 23.03.2010: "Geigensäge gegen Westerwelle"

WAZ 22.03.2010: "Folk im Blut"